"Den Tobenden verpackt"

Politik | FLORIAN KLENK | aus FALTER 35/03 vom 27.08.2003

TOD IM STADTPARK

 Vertrauliche Polizeiprotokolle illustrieren das Ausmaß an Schlamperei, Ignoranz und Vertuschung im Fall des toten Afrikaners Cheibani Wague. Das Innenministerium zeigt nur den Arzt wegen fahrlässiger Tötung an. Für die Polizisten der Funkstreife "Cäsar 1" war der Fall schon fast erledigt: "Den Tobenden haben wir verpackt!", melden die Beamten in der Nacht des 15. Juli über den Polizeifunk. Die Kollegen von der Rettung haben dann allerdings noch alle Hände voll zu tun. Der Rettungsfahrer Andreas W. rast gerade durch die Stadt, während er eine so genannte "Intensivbettanforderung" durchgibt. Hinten im Rettungswagen wird "der Tobende" gerade so heftig reanimiert, dass sein Brustbein bricht. "Ein Schwarzafrikaner", gibt er seinem Kollegen durchs Funkgerät durch, "er hat sich stark zur Wehr gesetzt. Hat müssen geschlossen werden und ist dabei ... ah ... ja ... ex."

  Cheibani Wague ist mittlerweile in Mauretanien begraben worden. Er starb in staatlicher Obhut. Unter


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige