FERNSEHEN

Medien | ANDREA MARIA DUSL | aus FALTER 35/03 vom 27.08.2003

Meine absolute Lieblingssendung wird von einem aufgeweckten Twen moderiert, der auf Siebenjähriger macht. Nicht dass mich das Genre des Kindes im Fernsehmanne grundsätzlich interessierte - bei Willi Weitzel mache ich eine Ausnahme. Willis Sendung heißt "Willi Will's Wissen" und sieht aus, als hätte sich die "Sendung mit der Maus" die professionelle Tollpatschigkeit Jamie Olivers und die selbstimmunisierende Altklugheit Harald Schmidts angelacht. Die entwaffnende Recherchewut Willis und sein bübischer Charme öffne Fabrikstore, Kanaldeckel und die Polstertüren von Vorstandsetagen. Zugegeben, ich habe das Alter der Zielgruppe schon mehrmals überschritten, aber "wie das Geld in die Welt kommt", "warum manche Männer so gerne ins Kloster gehen" und "wie ein Knast von innen aussieht", konnte auch mich noch überraschen. Willis Sendung ist mittlerweile vom Bayerischen Rundfunk in den WDR, die ARD und den KiKa ausgebüxt. Wenn ich ein paar Wünsche an die Fernsehfee freihätte, würde ich von Willi gerne wissen, wie SP-Chef Alfred Gusenbauer funktioniert, wie der Präsident in die Hofburg kommt und wie Finanzminister Karl-Heinz Grasser von innen aussieht.


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