"Wir können nicht anders"

GERHARD STÖGER | Kultur | aus FALTER 35/03 vom 27.08.2003

MUSIK

 Die Hamburger Intellektuellen-Popper Blumfeld pausieren vom Diskurs und legen mit "Jenseits von Jedem" ihr bislang gelassenstes Album vor. Der "Falter" sprach mit Sänger Jochen Distelmeyer über die neue Platte, die Qualität von John Lee Hooker und die Funktion der "FAZ". Blumfeld polarisieren die deutschsprachige Pop- und Feuilletonwelt, seit sie im Herbst 1991 ihre aufsehenerregende Debütsingle "Ghettowelt" veröffentlichten. Von den einen als markanteste und klügste deutschsprachige Popband gefeiert, schlägt ihnen von den anderen Häme entgegen: Blumfeld seien verkopft, heißt es, protestantisch und besserwisserisch.

  Musikalisch passierten Jochen Distelmeyer & Co unterschiedliche Stationen: Auf die schroffe Post-Punk-Platte "Ich-Maschine" (1992) folgten das sprachgewaltige Indie-Rock-Album "L'Etat et moi" (1994), die Neubestimmung unter den Bedingungen elektronisch unterfütterter Popmusik auf "Old Nobody" (1999) und die Protestsongs von "Testament der Angst" (2001).

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