DIE NEUE BLUMFELD

Keine Macht für Niemand

Kultur | G. S. | aus FALTER 35/03 vom 27.08.2003

This machine kills fascists" haben sich Folksänger einst auf ihre akustischen Gitarren geschrieben, und nicht wenige junge Menschen glaubten auch ernsthaft an die politische Kraft populärer Songs. Wer heute noch an den Qualitäten von Popmusik als Befreiungsmedium festhält, gilt zumeist als realitätsfremder Spinner. Blumfeld-Frontman Jochen Distelmeyer ist so einer: Allen Einwänden zum Trotz versteht er Musik als Kommunikationsform und die in Popsongs entworfenen Bilder weiterhin als Angebote für eine andere Wirklichkeit. Und genau aus dieser Ambivalenz heraus singt er in "Wir sind frei", der ersten Single des neuen Albums "Jenseits von Jedem", mit charmanter Koketterie: "Manche sagen: Der Typ gehört in Therapie. Kann sein, doch um mich weht ein Hauch von Anarchie."

  Musikalisch verpackt als eingängiger Folk-Pop-Ohrwurm, formuliert "Wir sind frei" in schlichten Worten die Utopie einer von Zwängen befreiten Existenz, ohne sich mit dem enervierenden Weg dorthin herumzuschlagen:


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