Nach 9/11 ist vor 9/11

Kultur | SEBASTIAN FASTHUBER | aus FALTER 35/03 vom 27.08.2003

LITERATUR

 New York vor dem Terror: In "Cosmopolis" lässt Don DeLillo einen Spekulanten seinen persönlichen 11. September erleben. Die Bildschirme zeigten Geldbewegungen. Zahlen glitten horizontal vorbei, und Säulendiagramme pumpten rauf und runter. Er wusste, es gab da etwas, das noch niemand entdeckt hatte, ein latent in der Natur verborgenes Muster, einen Sprung in der Bildsprache, der über die Standardmodelle technischer Analyse hinausging und selbst die geheimnisvolle Diagrammsprache seiner eigenen Jünger auf diesem Gebiet ins Aus prophezeien konnte."

  Zahlenflüsse, die bisweilen bis ins Erotische gehende Faszination für Datenströme und nicht zuletzt die seit dem mythenumrankten Autoren-U-Boot Thomas Pynchon gern manisch betriebene Suche nach einem dahinter verborgenen Muster: Man könnte meinen, Don DeLillo mache in seinem neuen Roman "Cosmopolis" auch nach dem 11. September 2001 so weiter wie bisher, hat sich der Autor doch in den letzten zwanzig Jahren mit Würfen wie


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