Selige Zeiten, ganze Welt

KLAUS NÜCHTERN | Kultur | aus FALTER 35/03 vom 27.08.2003

LITERATUR

 In seinem jüngsten Roman bekehrt Alex Capus einen Schweizer Kleinstadtcasanova. 

Alex Capus schreibt Geschichten, die das Leben schriebe, gäbe es nicht schon Alex Capus. Dieser Umstand ist - neben außerliterarischen Faktoren - wohl hauptverantwortlich für seinen großen Erfolg bei der Leserinnenschaft ("Er sieht aus, wie Thomas Gottschalk gern aussehen würde", begann eine Rezensentin ihre Capus-Besprechung). Hinzu kommt: Der Beau Hunk der Schweizer Literatur kann auch noch schreiben. Wenn man akzeptiert, dass sich der Autor weder um die don'ts der Moderne, noch die musts der Postmoderne schert und erzählt, als wäre die Dorfnovelle des 19. Jahrhunderts nach wie vor ein brauchbares Modell literarischer Welterschließung, dann kann man mit dessen jüngstem Roman zweifelsohne eine unterhaltsame und kurzweilige Bahnfahrt verbringen.

  "Glaubst du, dass es Liebe war?" bemüht sich aber auch redlich um seine Leserinnen und Leser. "Lasst mich erzählen, wie mein Fahrradmechaniker

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