Stadtrand

Pre- und Postmix

Stadtleben | C.W. | aus FALTER 35/03 vom 27.08.2003

Ob wir wollen oder nicht: Wir leben im Zeitalter der Premixgetränke. Wer glaubt, dass G'spritzter oder Radler das Äußerste der gemischten Gefühle sind, war schon länger nicht mehr in der Disco. Oder im Flex. Hier gibt sich die Jugend nämlich so obskuren Dingen wie "Smirnoff Ice", "Bacardi Breezer" oder "Campari Mixx" hin, mit harten Spirituosen gemischte, picksüße Limos, die vor allem einen Zweck haben: besoffen zu machen, ohne dass mans merkt. Zumindest bis zur fünften Flasche oder so. Der Postmix sieht dann auch weniger appetitlich aus. Ab Herbst werden die Premix-Drink-Flaschen - die übrigens erst ab 18 Jahren gekauft werden dürfen - mit einem Warndreieck versehen. Die Warnhinweise seien "ein Beitrag zur Lösung der Probleme im Bereich Jugend und Alkohol", heißt es seitens der Schnapsbrennerei Bacardi. Na, bravo! Wahrscheinlich ist so ein Warndreieck erst recht ein Kaufanreiz. So wie die Warnung vor jugendgefährdenden Texten auf HipHop-Platten. So gesehen gehört auf Nöm-Mix-Bechern gewarnt. Damit die dummen Kids mehr Milch trinken. Obwohl: Neulich am Kühlregal wollte ein Kleinkind, dass seine Großmutter ihm Milch kauft. Die Oma meinte doch tatsächlich, ein Espressodrink aus der Dose sei besser: "Ist doch schon alles fix und fertig gemischt."


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