Kritz les bains

Stadtleben | THOMAS PRLIC | aus FALTER 35/03 vom 27.08.2003

SOMMERFRISCHE 

Einst mondäner Badeort, heute verschlafenes Natur- und Architekturidyll, in dem man das Flair der Vergangenheit immer noch spürt: Das Strombad Kritzendorf wird heuer hundert Jahre alt. Die Donau ist ruhig. Eine Schwimmerin lässt sich mit der Strömung treiben, zwei Ruderer ziehen mit ihrem Boot vorbei, ein Schlepper tuckert gemächlich dahin. Am Schotterstrand räkeln sich Badegäste in der Sonne, Paare spielen auf der Wiese Frisbee.

  "Man kann hier den ganzen Sommer verbringen", sagt Reinhold Weiss. Statt auf Urlaub zu fahren, verbringt der Klosterneuburger seit mittlerweile zehn Jahren die Sommermonate mit Frau und Kind in seiner kleinen 40-Quadratmeter-Hütte im Kritzendorfer Strombad. Noch vor einem Jahr türmte hier die über die Ufer getretene Donau Tonnen an Sand und Schlamm auf. Im Garten der Familie stand der Schutt einen Meter hoch. Längst sind die Spuren des Jahrhunderthochwassers beseitigt. Strandidylle pur.

  Vor genau hundert Jahren wurde das Strombad

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