BABY-BASTELANLEITUNG: Wie die Karnickel

Politik | aus FALTER 36/03 vom 03.09.2003

Glaubt man, was die Österreicher von sich selbst behaupten, sollte es eigentlich immer einen Babyboom geben: 144-mal im Jahr treibt es der durchschnittliche Ösi. Das besagt zumindest eine Umfrage des Kondomherstellers Durex.

Wahrscheinlich liegts am falschen Timing: Nur ungefähr drei Tage pro Monat klappts mit dem Kindermachen. In der Mitte des Zyklus ist die Eizelle reif, das aber nur für sechs bis zwölf Stunden. Spermien können im Körper der Frau bis zu 72 Stunden auf das Ei warten.

  Die größten Babykiller sind Stress, wenig Schlaf, Rauchen und vor allem die Psyche. "Sehr oft ist der einzige Grund, warum es nicht klappt, der zu große Wunsch, schwanger zu werden", sagt Peter Kemeter, Leiter des Instituts für Reproduktionsmedizin und Psychosomatik der Sterilität in Wien. Oft würden Frauen die Verhütungsmittel absetzen und sofort den Fruchtbarkeitskalender zur Hand nehmen. "Diäten oder Sex nur kurz vorm Eisprung, das bringt nichts, sondern fixiert die Frauen auf ihren Unterleib und verkrampft sie nur", sagt der Reproduktionsmediziner. Also am besten wenig nachdenken und viel Sex.

  Denn auch Spermien brauchen Training: Das Aufsparen des Samens im Hoden zahlt sich nicht aus. Im Gegenteil: Bereits zwei Tage der sexuellen Inaktivität machen die Spermien so müde, dass ihre Qualität nachlässt.

  Biologisch gesehen sehe es mit der Fruchtbarkeit der Österreicher aber eigentlich gar nicht so schlecht aus, sagt Kemeter, "die Leute fangen nur zu spät an".


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