"Totalitäre Verhältnisse"

Politik | FLORIAN KLENK | aus FALTER 36/03 vom 03.09.2003

GEFÄNGNIS. Ein 14-jähriger Bub wird eingesperrt, weil er eine Flasche Champagner gestohlen hat. Dann wird er von Mithäftlingen brutal vergewaltigt. Der Fall bietet Einblick in die düster gewordene Welt des Wiener Jugendstrafrechts. 

Für Michael Neider, den Sektionschef im Justizministerium, war es ein "wirklich grauenhaftes Verbrechen". Und Peter Prechtl, der progressive Leiter der Justizanstalt Josefstadt sagt: "In totalitären Verhältnissen, wie es Gefängnisse nun einmal sind, ist so etwas nicht zu verhindern. Dieser Fall macht mich betroffen, wir werden die Zusammenarbeit mit der Jugendgerichtshilfe verstärken."

  Anfang August wurde im "Grauen Haus" der Häftling Ion H. (Name geändert) im "Nassraum" seiner Zelle von drei Mithäftlingen brutal vergewaltigt. Zuvor musste er auf einem Bein in der Zelle stehen. Ein Verbrechen in staatlicher Obhut. Das Opfer war erst 14 Jahre alt. Die Täter nur ein bisschen älter. Die Tat geschah im nagelneuen Jugendtrakt des Grauen Hauses,


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