Hans im Glück

WOLFGANG KRALICEK | Kultur | aus FALTER 36/03 vom 03.09.2003

THEATER. Hans Gratzer, der zwei Jahrzehnte lang das schicke Schauspielhaus geleitet hat, ist jetzt Direktor des konservativen Theaters in der Josefstadt. Er fühlt sich wie zu Hause. 

Hans Gratzer legt Wert auf Äußerlichkeiten. Man merkt das an seinen Inszenierungen, die immer nach der neuesten Mode gestylt sind. Man merkt es aber zum Beispiel auch daran, dass das Theater in der Josefstadt ab sofort quadratisch ist: Der neue Direktor hat entdeckt, dass die Fluchtlinien des Zuschauerraums auf ein Quadrat hinauslaufen - weshalb das neue Logo des Theaters ebenso streng geometrisch gestaltet ist wie der schlichte Bühnenbildrahmen, in dem die ersten vier Inszenierungen der neuen Josefstadt-Spielzeit präsentiert werden.

  Das Direktionszimmer, bisher im schwül-venezianischen Stil des Hauses eingerichtet, sieht jetzt so luftig und leer aus wie die Büros im Werbefernsehen. Der Raum wirkt zwar noch unbewohnt, Hans Gratzer selbst aber merkt man nicht an, dass er gerade erst eingezogen ist.

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