"Natürlich ungelesen"

Kultur | KARIN CERNY | aus FALTER 36/03 vom 03.09.2003

LITERATUR. Das uferlose Werk der österreichischen Autorin Marianne Fritz wird hauptsächlich von Germanisten gelesen. Ein Theaterprojekt will nachhelfen. 

Es ist gar nicht so einfach, der Autorin Marianne Fritz auf die Spur zu kommen. Im Kindler Literaturlexikon folgt auf Barbara Frischmuth ein gewisser Walter Helmut Fritz. Eine Marianne sucht man vergeblich. Die letzten öffentlichen Lesungen der menschenscheuen Autorin liegen weit in den Siebzigerjahren zurück. Die vereinzelten Fotos, die von Fritz in Umlauf sind, zeigen eine Frau mit eigenwilliger Brille. Fragt man nach ihrem Werk, wird man in den Buchhandlungen auf Antiquariate verwiesen. Im Internet stößt man zwar auf ihren zwölfbändigen Monumentalroman "Dessen Sprache du nicht verstehst" (3392 Seiten, geschrieben in nur vier Jahren), der für rund 120 Euro angeboten wird, die darauf folgenden Werke "Naturgemäß I" und "Naturgemäß II" (zusammen noch mal rund 10.000 Seiten) wird man hingegen kaum, und wenn, dann nur zu horrenden


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