Frau vor blauem Hintergrund

Kultur | MAYA McKECHNEAY | aus FALTER 36/03 vom 03.09.2003

FILM. François Ozons Thriller "Swimming Pool" ergötzt sich am schönen Schein der Künstlichkeit - und geht doch baden. 

Ein paar seiner schönsten Strandszenen verdankt das Kino François Ozon: In "Une robe d'été", "Regarde la mer" oder "Sous le sable" dient der Streifen zwischen Land und Wasser als Raum der Möglichkeiten. Hier flirtet, liebt, tanzt und weint man, plant man einen Mord oder den eigenen Tod - und jeder dieser emotionalen Zustände wird verstärkt durch die Unendlichkeit des Raums. Wenn Ozon nun dem Strand den Rücken kehrt, um sich an den Rand eines "Swimming Pools" zu begeben, ahnt man schon, dass es im gleichnamigen Film weniger auf die Weite des Affekts als vielmehr auf dessen Künstlichkeit ankommt - et voilá.

  Es treffen sich also am Schwimmbassin, irgendwo im Süden Frankreichs, zwei Frauen, die vom Drehbuch unverhohlen als Gegenpole entworfen sind: Die eine, Sarah Morton, ist Britin, nicht mehr ganz jung, wirkt unterkühlt, frustriert und ist von Beruf Krimiautorin.


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