AUFGEBLÄTTERT

Kultur | THOMAS ASKAN VIERICH | aus FALTER 36/03 vom 03.09.2003

Wenn Schriftsteller der Musik hinterher schreiben, ist das oft heikel. Nicht jeder ist ein Nick Hornby. Dessen Landsmann David Huggins erzählt in "Ein einziger Hit" von zwei Musikern, die einen Song lang berühmt waren. Mittlerweile hat der Ich-Erzähler seinen Bass an den Nagel gehängt und kassiert Arbeitslosengeld. Als er seinen alten Kumpel nach Jahren auf der Straße trifft, erzählt ihm der von einem reichen Geldgeber für ein neues Bandprojekt. Daraus entwickelt sich ein Entführungsfall voller Pannen und mit einer Leiche, die von den beiden Hobbygangstern entsorgt werden muss. An sich eine witzige und bis ins krude Detail (rülpsende Leichen) realistische Geschichte, die aber mit Rock 'n' Roll nur äußerlich zu tun hat. Wer Pulp Fiction und vertrottelte Kriminelle mag, kommt trotzdem auf seine Kosten.

  Ganz anders der Franzose Christian Gailly. Sein kurzer Roman "Ein Abend im Club" widmet sich einfühlsam den Verführungskünsten des Jazz. Der Ingenieur Simon lässt sich überreden,


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