Stadtrand: Selbst Hand anlegen!

Stadtleben | aus FALTER 36/03 vom 03.09.2003

Dem Hitzeopfer an sich soll man ja nicht mit Häme begegnen, auch nicht, wenn es sich um die beliebte Touristenfalle Schönbrunn handelt. Dort war nämlich die finanzstarke Betreibergesellschaft in den vergangenen Wochen nicht mehr in der Lage, den barocken Park ordentlich zu bewässern. Veraltete Bewässerungsanlagen waren nicht mehr einsetzbar, die armen Gärtner mussten händisch gießen. Also rief "Wien heute" zu einer Hilfsaktion auf, Hunderte Wiener kamen samt Feuerwehrwägen und gossen engagiert und unentgeltlich ihre Gloriette. Aber hallo! Wohin soll das noch führen? Machen die Wiener jetzt jede Drecksarbeit gratis, wenn ein Unternehmen oder die öffentliche Hand keine Kohle dafür haben? Dann könnten Bauarbeiter mit Helfersyndrom gleich mit den beliebten abgebrannten Sofiensälen weitermachen - der Eigentümer weigert sich ja standhaft, die Ruine wieder aufzubauen, und lässt sie lieber verrotten. Und wenn die Leute mit ihrem goldenen Wienerherz dann noch Kraft haben, warten Steffl und Votivkirche auf Renovierung - auch hier wird wegen Geldmangels schon endlos herumgebastelt. Für Nervenstarke bleibt am Schluss noch ein Projekt: die Neugestaltung von Wien-Mitte. Freiwillige Helfer sind wohl die einzige Chance, dass dort mal was passiert. J. O.


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