VOR 20 JAHREN IM FALTER

Vorwort | aus FALTER 37/03 vom 10.09.2003

Dass ich den Text noch einmal finde! Wissen Sie, wer das ist? Josef Fenz, Wien 16? Ein Beamter der niederösterreichischen Landesregierung. Beim Falter führte er sich als Verteidiger eines prominenten Journalisten ein, den die stets auf der Suche nach Reibebäumen befindlichen Jungkritiker des Blattes gerade wieder einmal attackiert hatten. Erregt fragte Fenz:

  "Wollt ihr Chorherr?

  Wollt ihr Franz Ferdinand?

  Was wollt ihr denn?

  Wir wollen Maoam!!!

  Mordet den Lingens - schafft euch weiteren Kaugummi. Ein Falter braucht doch kein Hirn. Ein Prellbock ist besser."

  Der Artikel des Herrn Fenz erschien in Falter 18/83 an prominenter Stelle, auf Seite 2. Aber er beeindruckte uns wenig. Denn gleich daneben antwortete ein Redakteur in gewohnter Kaltschnäuzigkeit: "Dieser Brief bezieht sich auf den bereits etwas länger zurückliegenden Kommentar zu P.M. Lingens' Nachruf auf F. G. Hanke. Dem Brief ist ein längeres Telefongespräch mit dem Autor vorangegangen. Er vertritt die Ansicht, es liege eine Verschwörung gegen Lingens vor, an der sich auch der Falter beteilige."

  Gefehlt! "Wir lassen uns bei Kritik und bei der Auswahl der kritisierten Subjekte nicht von taktischen Überlegungen leiten", belehrten wir den Briefschreiber. Ach ja. Josef Fenz, der Adressat dieser Belehrungen, ist heute besser bekannt als Hermes Phettberg. Der Brief war seine erste Veröffentlichung im Falter. A.T.


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