"Hören Sie die Schreie?"


FLORIAN KLENK
Politik | aus FALTER 37/03 vom 10.09.2003

GEFÄNGNIS. Angeblich gibt es hier laufend Vergewaltigungen. Mitunter auch an 14-jährigen Ladendieben. Im Grauen Haus warten 1200 Menschen auf ihren Prozess. Hinter den Mauern von Wiens gefürchteter Justizanstalt.

Neulich haben sie einen Burschen eingeliefert, der hatte 94 von diesen Säckchen im Darm. Fünfmal setzten ihn die Beamten auf die Toilette und bewachten ihn "beim Stuhlen". Am Ende hatten sie ein Kilo Heroin sichergestellt. Abgewogen und kuvertiert dienen die Kugeln nun als Beweis für die Richter im benachbarten Landesgericht. "Eigentlich sind wir für diese Drecksarbeit nicht zuständig", erklärt Peter Prechtl, der Anstaltsleiter, "doch die Kollegen machen es, weil sie eine Prämie bekommen." Täglich kommen so genannte "Bodypacker" her. Junge Burschen, meist aus Afrika, die das Gift im Körper transportieren. "Manche verschmieren den Kot in der Zelle oder stecken die Exkremente in den Mund", erzählt Prechtl, "das sind Szenen, die können Sie sich gar nicht vorstellen."

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