Lady Di der schreibenden Zunft

Kultur | MICHAEL OMASTA | aus FALTER 37/03 vom 10.09.2003

FILM. Joel Schumachers "Veronica Guerin" ("Die Journalistin") basiert auf wahren Begebenheiten, erzählt aber nur falsche Klischees. 

Schon das Insert zu Beginn verheißt nichts Gutes. "Dies ist eine wahre Geschichte", steht da zu lesen: Gemeint ist die Geschichte von Veronica Guerin, einer jungen Starjournalistin des Sunday Independent, die sich mit den Drogenbossen von Dublin angelegt hatte und 1996 auf offener Straße ermordet wurde. Doch anstatt eine "wahre Geschichte" zu erzählen, gefällt sich "Veronica Guerin", der Film, im Aneinanderreihen erprobter Genresituationen - nichts, das man im Kino nicht schon einmal zu oft gesehen hätte.

  Cate Blanchett spielt die Titelheldin. Sie legt ihre Rolle als eine Lady Di der schreibenden Zunft an. Einmal besucht sie ein heruntergekommenes Viertel, in dem Dealer im Mercedes vorfahren und Kinder mit gebrauchten Spritzen herumspielen. Mehr braucht es nicht. Schon hat der Film den Weg vom sozialen Dilemma zum Gewissen zur Anklage zurückgelegt.


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