Zu spät gekommen

Kultur | HEINZ STEINERT | aus FALTER 37/03 vom 10.09.2003

100 JAHRE ADORNO. Als der junge Theodor W. Adorno 1925 in Wien Komposition studierte, machte er eine Erfahrung, die seine Philosophie nachhaltig prägen sollte: die der Aussichtslosigkeit. 

Die Adorno-Industrie dieses Jahres hat sich fast völlig aufs Biografische verlegt. Über den Lebenslauf und die persönlichen Macken dieses bedeutendsten deutschen Philosophen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wird alles öffentlich gemacht - und fast nichts über seine Philosophie. Die Biografie und die Briefwechsel eines Philosophen sind aber nur interessant, soweit sie seine veröffentlichten Schriften und sein Denken verstehbar machen.

  Um das zu leisten, braucht eine Biografie eine zumindest rudimentäre Theorie des Lebenslaufs, und sei sie so einfach wie die folgende: Der Mensch baut aus emotional wichtigen Erfahrungen ein paar Grundannahmen über die Welt auf, "Denkmodelle" oder "Weltbilder". Elemente in der Biografie zum Beispiel eines Philosophen und Gesellschaftstheoretikers sind


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