Arrangierter Albtraum

Kultur | TOBIAS HEYL | aus FALTER 37/03 vom 10.09.2003

TOTE KINDER. In "Durst" setzt Michael Kumpfmüller auf literarische Beschreibungskunst, um sich einem quälenden Thema anzunähern. 

Vor drei Jahren machte Michael Kumpfmüllers tragikomisches Nachkriegsepos "Hampels Fluchten" gehörig Furore - was unter den damaligen Verhältnissen, als wöchentlich ein neuer "Stern" am Himmel der deutschen Literatur aufstieg, etwas heißen will. Die Diskussion drehte sich, vereinfacht gesagt, um die Frage, ob hier nur ein gewiefter Kunsthandwerker oder doch endlich der lange erwartete Hoffnungsträger aus der Generation der vierzigjährigen Romanciers an die Öffentlichkeit getreten sei. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die aufgrund der Warterei schon ziemlich nervös geworden war, konnte sich am Ende doch nicht entscheiden - und druckte zwei entgegengesetzte Rezensionen ab.

  Kumpfmüllers zweiter Roman, "Durst", macht es beiden Parteien nicht leicht, sich in ihrem Urteil über den Erstling bestätigt oder widerlegt zu sehen: Denn er unterscheidet


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