"Als Mutter verlosch"

Kultur | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 37/03 vom 10.09.2003

TOTE ELTERN. Margit Schreiner und Walter Müller schreiben aus der Sicht der Kinder über sterbende Mütter und verstorbene Väter. 

Die einen fliehen die Mütter, die anderen suchen die Väter; entkommen kann man in keinem Fall: nicht den Müttern, nicht den Vätern und schon gar nicht ihrer Abwesenheit.

  "Als Mutter verlosch, flammte Vater auf. Vater aus der Asche. Mutter Richtung Erde. Mutter verschwand, Vater kam zum Vorschein. Wie im Wetterhäuschen." Der Salzburger Schriftsteller Walter Müller, Jahrgang 1950, schickt in "Die Häuser meines Vaters" seinen Ich-Erzähler auf die Suche nach einem Phantom - dem seines Vaters. Krämer jr. ist 28 Jahre alt, als er im "verrückten" Jahr 1978 von seiner Frau geschieden wird, seinen Arbeitsplatz verliert, seinen ersten Literaturpreis erhält und vom Tod seines Vaters erfährt: "Robert Krämer, Maurerpolier i.R., 55." - "Ist er das?, fragte ich Mutter am Telefon. Das ist er, sagte sie."

  Was dem Sohn bleibt, ist eine Todesanzeige, ein


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