KUNST KURZ

Kultur | NICOLE SCHEYERER | aus FALTER 37/03 vom 10.09.2003

Die aktuelle Ausstellung im Kunsthalle project space heißt "Sex in the City" (bis 27.9.). Gezeigt werden Arbeiten von - das ist der Gag - vier Künstlerinnen, die sich mit Sex beschäftigen. Auf eine der US-Fernsehserie "Sex and the City" nachempfundene Typologie von Femme fatale, Karrierefrau, wertkonservativer Zicke und Schuhfetischistin wurde verzichtet: Hinter dem plakativen Titel steckt eine Zusammenstellung von Positionen, die gerade über die Differenz der Herangehensweisen spannend wird.

  Die Künstlerin Nadine Norman hat ihr Projekt "Call Girl" (2002) zu einem Video verarbeitet: Via Annoncen wurde dabei Kontakt mit einem Callgirl angeboten, das für Interessenten in ein Gespräch mit Norman oder einer Schauspielerin im kanadischen Kulturinstitut mündete. Eine ambivalente Haltung drücken am Ende des Filmes die von einem Mann gesprochenen Schimpfworte aus. Kulturelle Tabus bricht die Japanerin TANY, die in einer Videoperformance in überzeichnete Frauentypen wie "Die Klavierlehrerin" oder "Die Krankenschwester" schlüpft und diese über Sex sprechen lässt - ein Verhalten, das sich für Frauen in Japan bis heute nicht schickt. Von Elke Krystufek werden Collagen und zwei Videos gezeigt, die Einblick in ihre Arbeitsweise geben. Den härtesten Sex und den besten Humor steuert die Performancekünstlerin Annie Sprinkle zur Schau bei, die am 20.9. auch live auftreten wird. "Was ist der Unterschied zwischen Erotika und Pornographie?", fragt die Amerikanerin im Video "Annie Sprinkle's Herstory of Porn" launig. "Für das eine verwendet man eine Feder, für das andere das ganze Huhn."


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