NÜCHTERN BETRACHTET: Berlinsuperfindkolumne mit Buckelwalbag

Kultur | aus FALTER 37/03 vom 10.09.2003

Wenn die Postmoderne einen fragwürdigen Typus produziert hat, dann ist es der Reiseprofi. Der kommt eine halbe Stunde vor Abflug mit einem dieser läppischen Trolleys im Handgepäckformat völlig entspannt auf den Terminal, hebt bei den Sicherheitsinformationsdarbietungen im Flugzeug nicht einmal mehr den Kopf und rollt dann nach der Ankunft aus'm Airport, als wäre er grade mal nach Unter St. Veit gefahren. So will ich nie werden. Also besorgte ich mir vor meinem Berlinurlaub, den ich selbstverständlich mit der Bahn absolvierte, zunächst einmal eine anständige Reisetasche. Sie hat Rollen, aber keinen dieser windigen Ausziehgriffe und ist außerdem anständig dimensioniert (ich sage nur: Buckelwal). Es ist einfach ein gutes Gefühl, ein aufgeblasenes Schlauchboot, die Espressomaschine und die üblichen zwei Magnumflaschen Schampus für die Bahnfahrt reinwerfen und der Tochter dann auch noch sagen zu können: "Selbstverständlich kannst du das Schaukelpferd mitnehmen! Aber willst du

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