Terra incognita

Stadtleben | JAN TABOR | aus FALTER 37/03 vom 10.09.2003

ARCHITEKTUR. Über den Dächern von Wien herrscht Goldgräberstimmung und Chaos. Denn die Dachlandschaft ist ein beliebtes Bauland - manche dürfen hier alles machen, was anderen wieder verwehrt wird. Das Ergebnis: eine Stadt voller schrecklicher historistischer Dachgauben. 

Dachlandschaft ist ein schönes Wort. Die Dachlandschaft ist eine Kulturlandschaft, die auch von der natürlichen Topographie geprägt wird. Da Dächer und all das, was sie tragen, Werke der Architektur sind, ist die Dachlandschaft als Summe aller Dächer, Gebäudeteile und Türme Architektur. Daher bedarf sie der Pflege und der Baukultur. Von dem einen bekommt sie zu viel, von dem anderen fast gar nichts. Die Wiener Mischung aus Überversorgung und Unterversorgung ist verheerend.

  Vor allem diese schrecklichen altneuen Dachgauben! Sie gehören sofort verboten. Wer es nicht glaubt, der soll sich die Marchettigasse im sechsten Bezirk anschauen. Eine Zeile von gut erhaltenen Biedermeierhäusern wurde hier denkmalpflegerisch


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