Wieder am Markt: Sturm, heftiger

Stadtleben | aus FALTER 37/03 vom 10.09.2003

Hierzulande trinkt man Wein ja nicht nur zu jung, man trinkt ihn sogar dann schon, bevor er ein solcher überhaupt ist: Den so genannten "Sturm" nämlich, Traubenmost am Höhepunkt oder im Abklingen der Gärung, trüb, noch ein bisschen süß, mit schon ordentlich Alkohol und Kohlensäure von der Gärung ausgestattet - da wird man schön besoffen, und am nächsten Tag erlebt man verdauungsmäßig sein blaues Wunder. Kochen kann man natürlich auch ein bisserl damit, Manfred Buchinger, bester und einzigartiger Koch im Weinviertel, empfiehlt, die "B'soffenen Kapuziner" in Sturm einzulegen, eine Sabayon daraus zu machen oder - vergleichbar dem Mostbraten - einen Sturm-Braten zu probieren, dem die Süße des Getränks sicher zugute kommt. Sturm-Schaumsuppe wäre ebenfalls denkbar, "aber nur, wenn mans gut pfeffert".


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