VOR 20 JAHREN IM FALTER

Vorwort | aus FALTER 38/03 vom 17.09.2003

Per "Adieu" verabschiedete sich der Falter auf dem Titelblatt. Kokett war das gemeint. Man würde wiederkommen wie gewohnt, in Zwei-Wochen-Frist. Mit 25 Prozent mehr Umfang, in mehreren Büchern und erstmals mit Leserbriefen. Schon damals wehrte sich das Blatt gegen das Adjektiv "alternativ", mit dem es hartäckig behängt wurde. "Wir glauben nach wie vor, dass sich der Journalismus nur aus einer Zeitung heraus angreifen lässt, und dass diese Zeitung auch selbst versuchen muss, die Praxis zu ihrer Kritik zu liefern. Wir sind also keine alternative, sondern eine seriöse Zeitung (sofern das keine contradictio in adjecto ist)", hieß es in der Ankündigung.

  Goscherte Journalismuskritik, dafür waren wir eben immer gut. Also warfen wir noch schnell einen Blick auf die österreichische Presselandschaft und konstatierten: "Eine neue Variante des Österreichertums sprießt hervor: der öko-lodengrüne Gamsbart-Austropapismus mit schwarz-gelbem Band. Das Sozialverhalten laborgezüchteter Meerschweinchen gilt ihm als vorbildlich." Deren Nachwuchs erkannten wir in der Basta- und Wiener-Leserschaft, dadurch gestraft, dass ihre Magazine stets zur gleichen Zeit die gleichen Geschichten über den G-Punkt brachten. Heute natürlich undenkbar! A.T.


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