Kranke Schwestern

Politik | NINA HORACZEK | aus FALTER 38/03 vom 17.09.2003

PFLEGESKANDAL. Schwerstarbeit, seelische Belastungen und jetzt der Vorwurf, Patienten zu quälen. Während sich Politiker über die Missstände in Lainz überrascht zeigen, müssen Krankenschwestern als Prügelknaben herhalten. 

Besteck verweigert sie prinzipiell. Gegessen wird mit den Fingern. Waschen möchte sie sich auch nicht. Dazu müssen die Pfleger sie überreden. Macht doch nichts. Soll sie halt mit den Fingern essen. Und zum Baden wird man sie auch sanft überreden. Wären da nicht noch 39 weitere alte Menschen, die auch gebadet werden möchten, aufs Klo müssen, Schmerzen haben, etwas trinken wollen oder Hilfe beim Aufstehen benötigen. Zwischendurch läutet ein alter, verwirrter Mann im Fünf-Minuten-Takt nach der Schwester. Und ein anderer Pflegeheimbewohner hat sich ins falsche Bett verirrt. Dienst haben gerade einmal zwei Schwestern. Sie sind für vierzig Pflegebedürftige zuständig.

  Alltag im Geriatriezentrum Lainz. Seit 38 Jahren lebt die Frau, die die Badewanne, Messer


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