PRESSESCHAU

Medien | EVA WEISSENBERGER | aus FALTER 38/03 vom 17.09.2003

Widerlegte Vorurteile, Teil 3. Diese Woche: Intellektuelle Magazine bieten ausschließlich schöne Lesegeschichten. Service, also Informationen, die dem Leser einen so genannten Nutzwert bringen, die er in seinem Leben umsetzen kann, überlassen sie lieber den Fellneristen in aller Welt. Von wegen! Die Schweizer Kulturzeitschrift du liefert in ihrer ersten Ausgabe nach dem Relaunch alles, "was Zeitgenossen wissen müssen". 143 Autoren erklären über 300 Begriffe, von Aids bis Zucker. Immerhin. Wirklich zu bringen scheint es allerdings die letzte Ausgabe des SZ-Magazins. Die Münchner geben Männern 21 Ratschläge und wünschen: "Gute Besserung!" Das stand jedenfalls am Cover. Gelesen habe ich die Tipps leider nicht, denn das Heft verschwand auf geheimnisvolle Weise. Es muss aber irgendwas über das Küssen auf offener Straße drinstehen. Dass Frauen sich mehr über Schmuck und Wiesenblumen freuen als über betrunkene Männer. Und dass sie zu schätzen wissen, wenn man beim Einkaufen nicht meckert, sondern gnädig lügt: "Darin würde dein schöner Rücken gut zur Geltung kommen." Selten in den Genuss eines so hohen Nutzwertes gekommen.


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