FERNSEHEN

Medien | JULIA ORTNER | aus FALTER 38/03 vom 17.09.2003

Ute Mora ist tot. In ihrem anderen Leben, der "Lindenstraße", lebt die renommierte Theaterschauspielerin derzeit noch - da wurde offenbar fleißig vorab gedreht. In der wunderbaren deutschen Dauerserie hat Mora 18 Jahre lang Berta Griese, das Rehlein, verkörpert. Mora war von der ersten Folge an mit dabei, und manche "Lindenstraße"-Fans kennen sie länger als ihre besten Freunde. Die gute Berta hatte nicht gerade die glamouröseste Frauenrolle des Ensembles - wenn man an die flotte rot gefärbte Rentnerin Isolde Pavarotti, die sexy Lesbe Franziska oder die fiese blonde Sprechstundenhilfe Lisa denkt. Rehlein hatte es immer schwer, zuerst mit einem Mutterkomplex, dann mit einem Vaterkomplex (wegen ihres alten Ehemanns), später bekam sie den schrulligen Hajo als zweiten Gatten. Nur einmal durfte Berta Griese so richtig wild sein: als sie sich vor der Vermählung mit Hajo einem jungen mexikanischen Gitarrero hingab - quasi Lebenshunger vor dem Ehekäfig. Mora hat der an sich unspektakulären Figur des Rehlein immer wieder neue Nuancen gegeben, ohne sie wird die "Lindenstraße" nicht mehr dieselbe sein. Hoffentlich gewährt ihr "Lindenstraße"-Erfinder Hans W. Geißendörfer einen schönen Serienabgang.


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