Monolog mit 40 Leuten

WOLFGANG KRALICEK | Kultur | aus FALTER 38/03 vom 17.09.2003

THEATER. Mit seiner "Chorphantasie" hat Gert Jonke versucht, ein richtiges Theaterstück zu schreiben. Das merkt man leider. 

Ein Mann kommt auf die Bühne und stellt fest, dass er ganz allein mit dem Publikum ist. Die Rede ist nicht von dem Otto-Schenk-Solo "Die Sternstunde des Josef Bieder" oder ähnlichen Theaterspäßen, sondern von Gert Jonkes neuem Stück "Chorphantasie", das auf derselben szenischen Grundidee basiert. Jonkes Held ist allerdings kein Requisiteur wie Josef Bieder, sondern ein durchgeknallter Dirigent, der erstens entlassen wurde, zweitens trotzdem sein Orchester dirigiert, das drittens ohne Instrumente auskommt und viertens gerade nicht da ist.

  "Chorphantasie" ist ein Auftragswerk von "Graz 2003", wurde im Mai als Co-Produktion mit dem Burgtheater am Grazer Schauspielhaus uraufgeführt und ist jetzt ins Akademietheater übersiedelt. Christiane Pohles Inszenierung beginnt mit einem tollen Witz: Das Bühnenbild - ein mit hellem Holz vertäfelter Konzertsaal - wird

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