OHREN AUF! Konservativ, modern?

Kultur | CARSTEN FASTNER | aus FALTER 38/03 vom 17.09.2003

Im an leidenschaftlichen künstlerischen Debatten reichen 19. Jahrhundert war Johannes Brahms (1833-1897) einer der am stärksten kontroversiell diskutierten Komponisten. Von Robert Schumann 1853 prominent in der Fachwelt eingeführt und euphorisch für seine "Neuen Bahnen" gelobt ("ein Berufener, an dessen Wiege Grazien und Helden Wache hielten"), geriet der Hanseat in Wien bald ins Visier des wortgewaltigen Musikkritikers Eduard von Hanslick, der ihn als "konservativen" Gegenpol zu den "fortschrittlichen" Kollegen Richard Wagner und Anton Bruckner brandmarkte - bis schließlich der konservative Neuerer Arnold Schönberg 1933 in ihm doch "Den Fortschrittlichen" wiederentdeckte.

Brahms' historische Bedeutung freilich ist längst unumstritten, und für heutige Hörer weit spannender als die alten Debatten über seinen Avantgardeanspruch sind die unterschiedlichen Facetten seines umfangreichen Werks. Zwei Pianisten der jüngeren Generation haben nun reine Brahms-Alben vorgelegt, wie sie unterschiedlicher


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