AUFGEBLÄTTERT

Kultur | PETRA RATHMANNER | aus FALTER 38/03 vom 17.09.2003

Angenommen, eines der Selbsthilfe- und Lebensberatungsbücher würde tatsächlich funktionieren. "Dann hätten wir echte Schwierigkeiten", wie eine Lektorin eingangs zu Beginn des Romans "Glück" meint. Von diesen Schwierigkeiten handelt nun der überaus bissige und satirische Roman über die Verlagsbranche, für den der Kanadier Will Ferguson mehrfach ausgezeichnet wurde. Die Hauptfigur, ein Lektor namens Edwin Vincent de Valu, bringt ein Ratgeberbuch heraus, das sich sektenartig in ganz Amerika verbreitet: "Dieses Buch ist genau das, was es vorgibt zu sein: ein Allheilmittel." Und der Kapitalismus steht Kopf: Die Büros veröden, weil die Angestellten lieber meditierend in der Wüste sitzen, die Tabak- und Alkoholindustrie liegt darnieder, und auch die Kosmetikfirmen krachen: Wer braucht schon Make-Up, wenn jeder sich so liebt, wie er ist? Das Buch wird zur Bewegung, der Guru zum "Stalin des New Age", der alsbald eine Diktatur der Glückseligen anführt. Bis die Welt schließlich in einem


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