Ein Bayer in Wien

Stadtleben | JULIA ORTNER | aus FALTER 38/03 vom 17.09.2003

STADTFORSCHUNG. Beobachten, aber nicht dazugehören ist seine Profession. Michael Frank ist ÖsterreichBerichterstatter der "Süddeutschen Zeitung", ein Korrespondent alter Schule wie aus dem Roman. In zwölf Jahren Wien hat er die Stadt besser durchschaut, als ihr lieb sein kann. Und ein Buch darüber geschrieben. 

Ein bescheidenes, von Efeu überwuchertes Grab, ohne Namen. Ein eisernes Kreuz ohne Schnickschnack, kein Protz und keine Hofratstitel-Inschrift. Nur ein Strauß halb verdorrter gelber Blumen erinnert daran, dass sich jemand darum kümmert. Thomas Bernhards Grabstätte sieht anders aus als die anderen am Grinzinger Friedhof. "Eine echte Antithese", sagt Michael Frank und schaut beinahe liebevoll auf die verdorrten Blüten. "Gerade bei diesem Grab liegen immer Blumen oder was Kurioses als Memento - an was auch immer." Schöne Gesten an einem besonders inspirierten Ort der Stadt, findet Frank. Es ist auch einer der Plätze, die der langjährige renommierte Österreich-Korrespondent


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