TIER DER WOCHE: Ausgeweint

Stadtleben | PETER IWANIEWICZ | aus FALTER 38/03 vom 17.09.2003

"Ich muss im früh'ren Leben a Reblaus g'wesen sein,

sonst wär' die Sehnsucht nicht so groß nach einem Wein"

Buddhismus à la Hans Moser

Endlich wieder Herbst! Jetzt kann man aus sonnenbedingten Euphoriezuständen wieder herabsteigen zur gemeinen Alltagsdepression. In diesen Niederungen gedeihen neben Selbstmitleid und Lebenskrisen auch krude Verschwörungstheorien. Diese pflegt man am besten mit Alkohol, wobei rescher Wein das paranoide Sensorium besser schärft als einschläferndes Bier. Ein anregendes Bespiel dafür bietet die Geschichte vom Uhudler, gegen den sich das Verschwörungspotenzial des Lombard-Clubs wie ein maues Kaffeekränzchen ausnimmt.

Die Story beginnt 1868, als einer der bedeutendsten Weinforscher der Monarchie, der erste Direktor der Klosterneuburger Weinbauschule, Freiherr von Babo, zu Versuchszwecken amerikanische Weinreben nach Österreich importierte. Eigentlich wollte er durch Einkreuzungen nur die Widerstandsfähigkeit der Weinstöcke gegen Mehltau erhöhen, doch


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