VOR 20 JAHREN IM FALTER

Vorwort | aus FALTER 39/03 vom 24.09.2003

So sah er also aus, der neue Falter, voller "erstmals". "Erstmals erscheint der Falter im Zeitungs-Offset-Druck. Dies, um durch Aussehen und Aufmachung den Anspruch zu unterstreichen, eine aktuelle Zeitung in der Stadt zu sein. Erstmals hat der Falter einen Umfang von 44 Seiten (im Berliner Format wie Standard, Presse oder Kurier). Erstmals erscheint er in drei Lagen, erstmals ist die Politik vor der Kultur, das Stadtprogramm vom redaktionellen Teil getrennt (und auch getrennt verwendbar). Erstmals gibt es das Magazin, erstmals das Schwarze Brett bei den Kleinanzeigen. Neu auch die Rubrik Stadtleben, der gewagte Versuch eines urbanen Feuilletons. Erstmals - endlich! - Sport." Bei soviel Premieren blieb keine Zeit, die wirklichen Neuheiten anzukündigen. Die Vielzahl prominenter Autoren, die sich zur Premiere eingefunden hatten, wurde nur en passant erwähnt: Elfriede Jelinek, Max Peintner, Christian Reder, Werner Vogt, Franz Schuh, Urs Breitenstein, Wolfgang Pircher schrieben Beiträge, bei einigen war es der Auftakt zu regelmäßiger Mitarbeit im Falter. Es gab sogar - auch das war sensationell und blieb in der Folge eher ein Einzelfall - ganzseitige Inserate, sogar eines in vier Farben von der Ottakringer Brauerei. Nebenbei bemerkt war der Falter das erste periodisch erscheinende Printprodukt, das auf der damals neuen Maschine in der Kurier-Druckerei Inzersdorf hergestellt wurde. Und ganz neu war, dass eine Neuerung beim Falter nicht in Form eines Putsches eintrat, sondern als Ergebnis eines geplanten Prozesses. A.T.


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