AUFGEBLÄTTERT

Kultur | MARTIN DROSCHKE | aus FALTER 39/03 vom 24.09.2003

Die USA haben ein Problem mit dem Fundamentalismus. Denn die USA sind ein Sammelbecken für religiöse und ethnische Ideologen, die bereit sind, für ihre Ideale über Leichen zu gehen. Da wäre zum Beispiel der Baptist Frankie, der in seiner Jugend Vietnam mit Bombenteppichen überzogen hat - und sich nun, dreißig Jahre später, anschickt, seinen Vater im Namen Gottes zu töten. Da wäre Frankies Vater, der während des Vietnamkriegs die Ideale der 68er so sehr verinnerlicht hatte, dass er seinen Sohn verstieß und sich an dessen Stelle um den 15-jährigen Manuco aus Lima kümmerte. In seinem 1998 auf Spanisch veröffentlichten Kurzroman "Ein Frosch in der Wüste" schickt der 1939 in Lima geborene Alfredo Bryce Echenique den groß gewordenen Peruaner nach Texas. Ein Vierteljahrhundert hat er seinen Gönner nicht gesehen. Die Tür wird ihm von einem erbärmlich schwachen Invaliden geöffnet. Frankie hat angekündigt, dass er seinem Vater Hilfe verweigert, solange sich dieser nicht zum


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