STADTRAND: Hut am Nagel

Stadtleben | aus FALTER 39/03 vom 24.09.2003

Die gute Nachricht zuerst: Pizza Hut hat sich vom österreichischen Markt zurückgezogen. Systemgastronomie dieser Art macht vielleicht in Ländern Sinn, wo die Bevölkerung nicht viel Sinn fürs Essen hat. Doch die heimischen Pizzaflitzer und Bizzi-Bäcker waren dann doch eine zu große Konkurrenz für die amerikanische Pizzahütte. Nur: Was Pizza Hut in den vergangenen Jahren so alles aufgefressen hat an schönen Locations, das ist auch nicht ganz ohne. Das ehemalige Café Haag in der Schottengasse zum Beispiel. Oder die Fünfzigerjahre-Perle in der Opernring-Unterführung. Hier machten die Systempizzamacher schon nach kurzer Zeit wieder dicht - und Platz für eine Großbäckerei, was auch nicht unbedingt besser war. Pizza Hut expandierte nicht, da konnten noch so viele Supermodels den Knusperrand mit Käse drin toll finden, konnte es noch so viele Sonderangebote ("Pizza-Buffet - iss, soviel du willst") geben: Fettige amerikanische Pfannenpizza, die irgendwo in einer Zentrale vorgebacken wurde, war in Wien nicht gerade der Renner. Erst recht nicht bei der Hauptzielgruppe, den Kids. Der Pizza-Hut hängt nun also am Nagel - mal sehen, wofür als Nächstes Franchise-Nehmer gesucht werden. Taco Bell oder Kentucky Fried Chicken womöglich. Pssst! Bloß nichts verschreien. C. W.


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