Futur perfekt oder die Parallelaktion des 21. Jahrhunderts

Christian Zillner | Extra | aus FALTER 39/03 vom 24.09.2003

Anfang Mai nächsten Jahres treten zehn Staaten der Europäischen Union bei. Parallel dazu schließen sich die Länder Wien, Niederösterreich, Burgenland, Mähren, die Westslowakei und Westungarn zu einer eigenen Europaregion zusammen.

Futur perfekt - eines der geheimnisvollsten Konstrukte unserer Sprache. In ihrer lateinischen Fassung verspricht uns die "Vorzukunft" eine perfekte Zukunft - zumindest könnte man den Begriff so verstehen. Der Wiener Philosoph Herbert Hrachovec schreibt in seinem Text "Vorzukunft"*: "Die zeitliche Verschränkung (von Zukunft und Vergangenheit - Anm.) ist keine grammatische Randerscheinung. Sie erlaubt uns, von etwas, das noch aussteht, anzunehmen, daß es bereits vorliegt. So ergibt sich die Möglichkeit, die Zukunft von der Gegenwart aus imaginär zu überholen."

Genau das muss ich tun, wenn ich heute über ein Ereignis schreiben möchte, das nächsten Montag, am 22. September, in Kittsee stattfindet, und über das Sie am Abend des 23. Septembers hier lesen

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