Ein Haider für die Roten

EVA WEISSENBERGER und NINA WEISSENSTEINER | Politik | aus FALTER 40/03 vom 01.10.2003

SPÖ. Erich Haider gewinnt die blauen Hackler zurück, den Schwarzen nahm er zigtausende Stimmen ab. Die Regierung nennt er einen "Teufelspakt", das Ende der FPÖ-Ausgrenzung heißt er gut. Was kann die SPÖ von dem Oberösterreicher lernen? 

Josef Broukal mampft Würstel. Barbara Prammer telefoniert hektisch. Vera Liska, erst seit kurzem bei der Partei, gibt Interviews und schenkt den Reportern das Siegerlächeln, das sie sich im Profisport antrainiert hat. Der Landesparteichef Erich Haider schwankt zwischen Freude über seinen Sieg und Ärger über die Hochrechnungen des ORF, die seine Gewinne noch nicht bei jenen 11,3 Prozent sehen, die er am Ende des Abends abgeräumt haben wird. Die Funktionäre lassen rote Luftballone steigen.

  Und wo ist Alfred Gusenbauer? Der SPÖ-Vorsitzende sitzt in seinem Büro im zweiten Stock der Parteizentrale in Wien. ÖVP-Obmann Wolfgang Schüssel war schneller. Er ist am Nachmittag nach Innsbruck, wo ebenfalls gewählt wurde, geflogen, um seinem Parteifreund

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