O'zapft is!

Politik | EVA WEISSENBERGER und NINA WEISSENSTEINER | aus FALTER 40/03 vom 01.10.2003

ÖVP. Vor den Wahlen rief der Kanzler die bayrische CSU als Vorbild für seine Partei aus. Was unterscheidet Österreich überhaupt noch vom Freistaat? 

Joseph Pühringer war die Verzweiflung ins Gesicht geschrieben. "Das kann ich mir nicht vorstellen!", rief Oberösterreichs Landeshauptmann und fuchtelte wild mit den ersten Hochrechnungen herum. "Nur" 0,7 Prozent Zuwachs und somit "magere" 43,4 Prozent hat seine Partei am Sonntag bekommen. Obwohl die ÖVP mit Abstand stimmenstärkste Partei bleibt, kommt das in der mittlerweile erfolgsverwöhnten Kanzlerpartei einer Niederlage gleich.

  Vergangene Woche wünschte sich ÖVP-Chef Wolfgang Schüssel von seiner Partei, dass sie sich "am bajuwarischen Zug ein Beispiel nimmt". Denn im gelobten Land sind nur mehr die Würschte weiß. In Bayerns Ministerien, Spitälern und Banken sitzen schwarze Spezln. Sogar zu Bischofsernennungen gibt der Ministerpräsident seinen Sanktus. Kein Wunder. Vier Jahrzehnte lang regierte die CSU das Land mit absoluter


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