Sindelar ohne Würden

Politik | NINA HORACZEK | aus FALTER 40/03 vom 01.10.2003

NS-AUFARBEITUNG.. Fußballlegende Matthias Sindelar hat kein Ehrengrab mehr. Auch andere Berühmtheiten wurden zu Normalsterblichen degradiert. 

Er war Stürmer im Wunderteam und Österreichs Spieler des Jahrhunderts. Nur am Zentralfriedhof ist Matthias Sindelar ("der Papierene") seit kurzem kein Ehrenbewohner mehr.

  Schuld ist ein Antrag der Sozialdemokraten, der vergangenen Donnerstag im Wiener Gemeinderat mit den Stimmen von SPÖ, ÖVP und Grünen angenommen wurde. In diesem Antrag steht, dass alle Ehrungen des NS-Regimes aufgehoben sind - selbst wenn der Geehrte kein Nazi war. Zahlreiche Ehrengräber der Gemeinde Wien sind dadurch über Nacht zu ganz normalen Gräber n geworden: "Wir gehen davon aus, dass alle Ehrungen von 1938 bis 1945, also auch Ehrengräber, null und nichtig sind", sagt Saskia Schwaiger, Sprecherin von Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny. Also auch das Grab des Ehrenkickers, der 1939 verstorben ist.

  Dabei war Sindelar alles andere als ein Nazi. Als den Austria-Spielern


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