STADTRAND: Lernen von Dornbirn

Stadtleben | aus FALTER 40/03 vom 01.10.2003

100.000 Hunde - und das sind nur die legalen mit dem Meldeschein -, fünf Tonnen Hundekot täglich auf den Straßen, eine zugekackte Stadt: So was regt die Wiener total auf, doch eine Lösung für das schlimmste Problem der Kommunalpolitik haben sie noch immer nicht gefunden. Da hat nicht einmal der Zilk mit seiner Hundekommission helfen können. Trotzdem wird es den Menschen dieser Stadt nicht zu blöd, immer neue Kampfmaßnahmen gegen das Hundstrümmerl zu ersinnen. Die ÖVP fordert eigene Hundekot-Überwachungsorgane, im 6. Bezirk sollen 20 Hundeklos die Hundebesitzer dazu bringen, den Kot ihrer Vierbeiner wegzuräumen, in Neubau wird wieder einmal ein Hundekotsauger getestet - hat alles eh keinen Sinn. So viel Theater, und dabei wäre alles so einfach! Wenn nämlich alle Hundebesitzer, wie es sich für einen anständigen Menschen gehört, den Dreck ihres Lieblings mit einem Sackerl aufklauben würden und das Ganze nicht herumliegen ließen, wäre Wien so schön und adrett wie Dornbirn. Dort in Vorarlberg, wo die Menschen generell sauberer und besser sind, gibts noch so was wie soziale Kontrolle: Wer Waldi ungeniert auf den Marktplatz hinscheißen lässt, brennt nicht nur Strafe, sondern hat gesellschaftlich quasi selbst ausgeschissen.

J. O.


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