Appetitlich, praktisch, logisch

Stadtleben | WOLFGANG PATERNO | aus FALTER 40/03 vom 01.10.2003

KAFFEEHAUS. Eine Zeitreise: Das Café Museum, das Traditionshaus an der Ecke Operngasse/Karlsplatz, wird komplett umgemodelt - und soll Mitte November wieder genauso aussehen wie bei der Eröffnung 1899. 

Eine illustre Runde fand sich hier regelmäßig ein, ein zeitiges Gläschen am Morgen, ein ausgiebiger Hock: Franz Werfel hielt an seinem Stammtisch Hof, von der Dame und damaligen Berühmtheit namens Liesl Oestreicher umschwärmt. Werfel kultivierte seinen Bauch, Oestreicher hinkte ein bisschen und fand in jedem Essen ein Haar. Dazu gesellten sich der Herr Angel, Tuchhändler, und der Herr Schütt, Maler. Auch der Kaufmann Leo Wachsmann war öfters hier, "er hatte einen schönen Kopf mit gekrausten schwarzen Haaren", wie der Schriftsteller Emil Szittya in seinem Buch "Das Kuriositäten-Kabinett" von 1923 das rummelige Geschehen im Café Museum detailverliebt schilderte. Ein anderer Kaffeehaussitzer, der Journalist Milan Dubrovic, gestaltete seine Beobachtungen tiefschürfender: "Anton


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