STANDPUNKT: Blöder gehts nicht

Politik | aus FALTER 41/03 vom 08.10.2003

Was kommt heraus, wenn Finanzminister Karl-Heinz Grasser, FPÖ-Verkehrsminister Hubert Gorbach und ÖVP-Verkehrsstaatssekretär Helmut Kukacka die ÖBB modernisieren? Der Bankrott. Seit Monaten wollen schwarze und blaue Politiker den Österreichern weismachen, die Bahn sei ein Fass ohne Boden, das den Eisenbahnern das Leben versüßt, für alle anderen aber hohe Kosten und wenig Nutzen bringt. Also ab in die Privatwirtschaft mit der ÖBB - koste es, was es wolle. Damit das Unternehmen am freien Markt nicht alleine dasteht, geben ihr die drei ÖBB-Reformer gleich 4,3 Milliarden Euro Bundesschulden mit auf die Reise. Plus einer staatlichen Erlaubnis, in Zukunft jährlich eine Million Euro Schulden für die Infrastrukturerhaltung aufzunehmen. Momentan beträgt das - von den Regierungen der letzten Jahrzehnte verursachte - Defizit der Bahn 10,4 Milliarden Euro. In höchstens sechs Jahren hat die ÖBB also wieder gleich hohe Schulden wie heute. Außer Spesen nichts gewesen? Doch. Denn dann wird es heißen, selber schuld, liebe ÖBB. Ein Wirtschaftsbetrieb mit Milliardenschulden muss halt in Konkurs gehen. Grasser, Gorbach und Kukacka haben Glück, dass sie in einer geschützten Werkstätte arbeiten. In der Privatwirtschaft würden sie mit so viel Wirtschaftskompetenz keine zwei Tage überleben. N. H.


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