PRESSESCHAU

Medien | EVA WEISSENBERGER | aus FALTER 41/03 vom 08.10.2003

Mit einem Fundstück aus dem Antiquariat schauen wir heute einmal in die Vergangenheit. Es heißt, Teddy Podgorski, später ORF-Generalintendant, habe seinerzeit den Namen für die Fernseh-Nachrichtensendung "Zeit im Bild" erfunden. Doch dieser Titel, ja sogar ein Schriftzug, der jenem ähnelt, den man von der Reprise "ZiB da capo" kennt, zierte schon zuvor ein Medium. 1923 wurde die Zeitschrift Zeit im Bild in Prag gegründet, zumindest bis 1938 erschien sie wöchentlich im Verlag M. Schulz. Die ZiB war ein bescheidener Vorläufer des Stern, mit Berichten über die böhmische Industrie, Reportagen aus Jaipur, Sensationsbildern vom Spanischen Bürgerkrieg, einer Modestrecke über Mantelkleider und Reklame für Entfettungstabletten. Schon Jahrzehnte davor gab es in München eine "moderne illustrierte Wochenschrift", die denselben Namen trug. Ab 1914 brachte das Heft einen Vorabdruck von Heinrich Manns "Der Untertan". Dann brach der Krieg aus, und im August wurde die Zeit im Bild eingestellt. Nach dem Zweiten Weltkrieg, 1946, tauchte der Name auf einer Dresdner Illustrierten wieder auf. 1969 ging die ZiB in der Neuen Berliner Illustrierten auf. Damals strahlte der ORF gerade die erste "ZiB" in Farbe aus.


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