THEATER AN DER WIEN NEU: Musiktheater des 21. Jahrhunderts

Kultur | aus FALTER 41/03 vom 08.10.2003

Jahrzehntelang wurde über die adäquate Nutzung des bislang vorwiegend mit Musicals bespielten Theaters an der Wien gestritten, nun hat die Stadt ihre Entscheidung über die für 2007 geplante Neupositionierung dieses Hauses sowie der beiden anderen städtischen Musikbühnen, Raimundtheater und Ronacher, bekannt gegeben. Gefolgt sind die Verantwortlichen beim Theater an der Wien einem jener Konzepte, die Hans Landesmann erstellte. Dessen so genannte "große Lösung" sieht, wie berichtet, vor, dass das Haus auch nach der Nutzung für das Mozartjahr 2006 allein der "klassischen" Musik gewidmet werden soll. Das heißt, dass das Musical komplett durch ein Programm aus Barockopern, klassischen Raritäten und zeitgenössischen Produktionen ersetzt wird, für das der bisherige Musikintendant der Stadt, Roland Geyer, verantwortlich sein soll. Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny will das Theater an der Wien künftig nicht als Opernhaus, sondern als "Musiktheater des 21. Jahrhunderts" bezeichnet wissen. Den Wiener Festwochen und dem Klangbogen steht es aber auch weiterhin als Festivalhaus zur Verfügung; mit den Wiener Symphonikern als städtischem Orchester und dem Klangforum Wien als Spezialistenensemble für zeitgenössische Musik werden ebenso Kooperationen angestrebt wie mit der Wiener Staatsoper und den Bregenzer Festspielen.

  Für die beiden anderen Häuser soll ab 2007 die ehemalige ORF-Programmintendantin Kathrin Zechner zuständig sein. Sie will das Raimundtheater für klassische Musicalproduktionen nutzen und im - noch zu adaptierenden - Ronacher den Schwerpunkt auf etwas legen, das sie als "comedy musical" bezeichnet.

C. F.


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