Reise in den Rausch

Kultur | MAYA McKECHNEAY | aus FALTER 41/03 vom 08.10.2003

FILM. Man kann Peter Mettlers "Gambling, Gods & LSD" einen dokumentarischen Essay, Reisebericht oder Avantgardefilm nennen. Oder einfach drei Stunden Kino, die die Wahrnehmung verändern. 

Das eigentlich Filmische, hat Roland Barthes mal gesagt, beginnt erst dort, wo die Sprache aussetzt. Umgekehrt fällt es schwer, über Filme zu schreiben, die auf einen selbst den Effekt "puren" Kinos ausüben, deren Erzähl-, Projektions- und Kamerabewegung sich in der Bewegung der eigenen Gedanken fortsetzt, dort Resonanz findet und auf diese Weise weit über die Dauer des Films hinausreicht. Irgendwie scheint es plötzlich unzulänglich, einzelne Szenen zu beschreiben oder Vergleiche mit anderen Filmen anzustellen.

  "Gambling, Gods & LSD", das Dreistundenepos des Kanada-Schweizers und ehemaligen Kameramanns von Atom Egoyan, Peter Mettler, ist so ein (Glücks-)Fall. Versucht man sein Thema in Worte zu fassen, klingt es erst mal esoterisch-platt: das Sehnen des Menschen nach Überschreitung der Körpergrenzen;


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