STREIFENWEISE

Kultur | DREHLI ROBNIK, MICHAEL OMASTA | aus FALTER 41/03 vom 08.10.2003

Brian Gilberts "The Gathering" hätte ein feiner Horrorfilm werde können. Die Ausgrabung einer uralten Kirche, in der das Kruzifix mit dem Rücken zur Gemeinde steht und uns ominöse Statuen von Schaulustigen anstarren, wäre ideal als Auftakt einer Geisterbahnfahrt durchs Christentum nach Art von "Das Omen". Oder der Plot, der diesen Fund mit der Selbstfindung eines an Amnesie und Todesvisionen leidenden Mädchens und der Aufdeckung von Kindesmisshandlungsfällen verbindet: Das schreit doch nach stimmungsvollem Selbsterkenntnisgrusel in "Sixth-Sense"-Manier. Und der Blick in Abgründe der Schaulust, die uns Irdische seit den 1970er-Jahren (seit Christi Hinrichtung) plagt: a gmahte Wiesn für einen Horrorfilm als Selbstreflexion jenes Mediums, das unsere Schaulust so gut bedient (nachdem "The Ring" die geisterfilmische Selbstreflexion des Mediums Video geglückt ist). Der Plot ist fett, das Budget mager - sogar Hauptdarstellerin Christina Ricci ist beängstigend dünn geworden -, und so


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige