Reblaus & Junge Wilde

Stadtleben | FLORIAN HOLZER | aus FALTER 41/03 vom 08.10.2003

WEIN. Wien hat noch immer viele Weingärten, obwohl die Zeiten der Heurigenidylle vorbei sind. Während immer mehr kleine Winzer den mühsamen Weinanbau aufgeben, mischen Quereinsteiger und Junge Wilde die Weinszene der Stadt ordentlich auf. 

Auf vieles ist man stolz, wenn man vom Wiener Wein spricht: Davon, dass er schon vor den Römern hier angebaut wurde, dass es mit Kaiser Probus so richtig losging, dass Joseph II. 1784 die Wiener Buschenschank-Regelung initiierte und dass ohne Heurigen der Staatsvertrag vielleicht nie zustande gekommen wäre. Eine ganze Menge Legenden jedenfalls, und wenn sie wahr sind, so liegen sie doch schon ein paar Jahre zurück und haben einen verhältnismäßig geringen Bezug zur Gegenwart.

  Der Blick zurück scheint überhaupt ein wesentlicher Bestandteil der Wiener Weinkultur zu sein, und auch wenn überall anders im Lande seit den späten Achtzigern ein weinmäßiger Innovationsboom eingesetzt hat, dass es nur so rauscht, so vertraut man in Wien immer


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