Dichterfalle Graz

Extra | HELMUT GOLLNER | aus FALTER 41/03 vom 08.10.2003

SCHLÜSSELROMAN. Manfred Rumpls vierter Roman, "Murphy's Gesetz", befriedigt hauptsächlich voyeuristische Bedürfnisse. 

Das ist ein Roman, der nur zum Teil interessiert, also zu wenig; ein Schlüsselroman aus der Grazer Literatur- und Kunstszene (wieder einmal), der keine Mühe auf seine Verschlüsselung verschwendet. Man kann jedenfalls seine voyeuristische Neugier stillen, wenn man davon noch etwas für die Grazer Verhältnisse übrig hat. Wieder einmal ist Alfred Kolleritsch dran, "das Nadelöhr der Literatur", der als "Prof. Günstler" einen sympathischen jungen Mann, Anatol heißt er, bei der Anbahnung seiner Dichterkarriere behindert: Günstler fordert mehr Trendbewusstsein von Anatol ein und rümpft die Nase über den Benzingeruch in dessen Kleidern (Anatol arbeitet als Tankwart). Prof. Günstler bleibt als Karikatur der inzwischen großväterlichen formalistischen Avantgarde zurück, insofern sein Modernismus sich schließlich mit dem Vorschlag begnügt, den Roman wenigstens


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige